Ein glücklicher Tag!

Es gibt Tage, da bleibt die Arbeit einfach liegen, sogar die ehrenamtliche, und man sitzt nur da und sieht auf die Bilder und freut sich. Oder man darf sogar selbst dabei sein wie einige von uns heute früh auf dem Flughafen Tegel, wenn es wieder so weit ist. Wenn wieder Menschen aus dem Flugzeug steigen, die Tod, Trauer und Lebensgefahr in Syrien hinter sich haben und hier von ihren Angehörigen in die Arme genommen werden.

Majd, 22, hatten wir in den Wochen der Zusammenarbeit als gelassenen, gut gelaunten jungen Mann kennen gelernt, der rasend rasch unsere Sprache lernt, sich einen Job gesucht hat und konzentriert mit uns daran arbeitete, seine Familie hierherzuholen – den Rest seiner Familie, nachdem der Vater verschollen ist und ein Bruder bereits getötet wurde. Heute war es wirklich so weit; Majds Mutter und seine vier Brüder kamen in Berlin an – möglich gemacht von Verpflichtungsgeber Peter Kuttner, möglich gemacht aber vor allem von Euch, den 350 Patinnen und Paten, die mit kleinen oder größeren Monatsbeträgen sicher stellen, dass die wiedervereinte Familie ein Dach über dem Kopf hat, Lebensunterhalt für den Anfang und ein Netzwerk aus SprachlehrerInnen, Medizinern, – Menschen, die da sind und sie aber auch in Ruhe lassen.

Für uns am Flughafen war dieses Wiedersehen bewegend zu sehen; für Majd und die seinen war es überwältigend. Danke an Euch alle, die dazu beigetragen haben!

Heute also: reine Freude!
Morgen geht unsere Arbeit weiter.
Perspektivisch wollen wir noch mehr Menschen finanzieren als die 13, die jetzt eingetroffen oder auf dem Weg sind („meinen“ beiden Alten, Baderkhan (86) und Khaji (71), ist Montag die Flucht geglückt, sie sind auf dem Weg zur deutschen Botschaft in Izmir!) – und für noch mehr Menschen den rechtlichen Teil des Wegs ebnen, die Behördenhürden beiseite schaffen.
Was wir dazu brauchen, ist klar. Viel mehr Patenschaften ab 10 € im Monat. Und mehr VerpflichtungsgeberInnen, die sich durchringen und trauen und die uns zutrauen, dass wir für ihre Angehörigen lange Jahre sorgen werden.

Bitte helft uns auf diesem Weg, erzählt anderen davon. Damit wir schöne Tage wie den heutigen in der Zukunft immer wieder erleben!

7 Kommentare zu “Ein glücklicher Tag!”

    Martin Keune

    Und noch ist Majds Geschichte nicht beendet: Denn der verschollene VATER wurde gefunden, aus dem Gefängnis freigekauft und soll nun seiner Familie schnell nach Potsdam folgen. Wir arbeiten daran und suchen bereits einen Verpflichtungsgeber!

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    Jürgen

    Ich finde die Initiative sehr gut.
    Als Lehrer im Bereich der Elektrotechnik möchte ich schauen ob ich nicht nächstes Schuljahr eine Patenschaft übernehmen kann.
    Und vielleicht in diesem Bereich zu einer guten Zukunft verhelfen kann.

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      Martin Keune

      Fein, wir freuen uns. Wenn wir im Winter rund 35 Flüchtlinge hier haben, wird auch die Frage beruflicher Perspektiven immer wichtiger werden. Vielleicht bist Du dann auch ein Ansprechpartner für berufliche Fortbildung? Herzlichen Gruß!


    Marina Maryam

    Diese Initiative ist wunderbar. DANKE.Ich werde nur rnit dem Mindestbeitrag dabei sein können. Werde aber auf Facebook in diversen Gruppen von Euch erzählen. Ich würde auch gern mehr involviert sein als Patin. Erstmal herzlichen Gruß Marina Maryam Rimkus

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      Martin Keune

      Liebe Maryam, wir freuen uns. Melden uns vor dem nächsten UnterstützerInnen-Treffen!


    Anna Leszczynska-Koenen

    Ich freue mich sehr, diese Initiative über einen Hinweis im Spiegel gefunden zu haben. Bei dem Ausmaß der Not kann man nur so wenig tun, aber ich bin froh, dass ich ein bisschen was tun kann.

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      Rumpf Sigrid

      Großartig diese Initiative!!!! Wunderbar.


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